Freier Waldorfkindergarten Schwetzingen
Waldgruppe

Waldgruppe

Beschreibung und Ausrichtung

Glaube mir, ich habe es erfahren,

du wirst ein Mehreres in den Wäldern finden als in den Büchern;

Bäume und Steine werden dich lehren,

was kein Lehrmeister dir zu hören gibt.                                                 

Bernhard v. Clairvaux (um1091)

 

Die Waldgruppe ist eine Kindergartengruppe, in der bis zu 20 Kinder im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden.

Zwei pädagogische Fachkräfte verbringen mit den Kindern den Vormittag im Wald. Unterstützt werden sie von einer Praktikantin im freiwilligen Sozialen Jahr.

Alle Kolleginnen besuchen die angebotenen Regionaltagungen der Vereinigung der Waldorfkindergärten Baden-Württembergs und verpflichten sich in ihrem Arbeitsvertrag, sich regelmäßig fort- und weiter zu bilden, vor allem in den Bereichen der Waldorfpädagogik und Erlebnispädagogik im Elementarbereich.

Das Gelände für die Gruppe liegt im Oftersheimer Wald, hinter dem Friedhof. Der Wald ist der „Spielplatz“. Der auf dem Waldgelände stehenden Bauwagen dient während dem Tagesablauf als Aufenthaltsraum und beherbergt viele Utensilien und Materialien. Der „häusliche Wagen“ wird außerdem besonders für die nassen und kalten Tage als Wetterschutz gebraucht. Im Bauwagen befindet sich eine Rindenmulchtoilette, zwei Gaskochplatten, eine Spüle, Tisch und Bänke, eine Heizung, Garderobe und viel Lagerraum in Regalen und Schränken.

Der Aufenthalt im Wald schafft ein Gegengewicht zu unserer hektischen und lauten Alltagsumwelt, die Geräusche im Wald, die Stille und der weite Raum lassen die Kinder in Verbindung zur Natur treten. Das direkte Erleben und der Umgang mit der Umwelt ermöglicht den Kindern, sich selbst intensiv zu erleben, die eigenen Fähigkeiten auszubilden, aber auch Grenzen zu erfahren und diese Schritt für Schritt erweitern. Zum einen bietet der Wald den Kindern die Möglichkeit in Ruhe und Gelassenheit ihren Vormittag zu verbringen, zum anderen trägt der Wald ebenso dem unendlichen Bewegungsdrang der Kinder Rechnung.

Diese Erfahrungen wirken sich in hohem Maße auf das Wohlbefinden und das innere Gleichgewicht der Kinder aus und sind die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung, die der Schnelligkeit der Zeit mit Selbstbewusstsein begegnen kann.

Ebenso wird durch den Aufenthalt in der freien Natur die Möglichkeit der Ausbildung des Sinnes für das Schöne und Einzigartige in der Natur geschärft; die Kinder entdecken täglich die Ästhetik von Pflanzen- und Tierwelt, von Wetterphänomenen oder erfreuen sich an einem im Sonnenlicht glitzernden Tautropfen.

Durch das Beobachten und Erfahren der Natur eignen sich die Kinder ein vielfältiges Wissen an, sie können beispielsweise Pflanzen in der Jahreszeitenfolge erleben und wissen über ihre Verwendung Bescheid.

Aufgrund der Tatsache dass niemals zwei absolut identische Dinge in der Natur existieren (jeder Stock, jedes Blatt ist singulär) schult sowohl das Spielen als auch das Werken mit Naturmaterialien in hohem Maße die Kreativität der Kinder und fördert so ihre Problemlösekompetenzen.

Die Kinder entwickeln ihre sozialen Kompetenzen, ebenso wie ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten im schaffenden Spiel und Tun. Sie erleben die Kraft von gemeinsamen Ritualen, lernen bei der täglichen Essenszubereitung und dem gemeinsamen Mahl Rücksichtnahme und Geduld und unterstützen sich gegenseitig.